Irlandtrip 2011

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Irlandtrip 2011
Teil 2 - Dublin-Galway
Teil 3 - Galway-Killarney
Teil 4 - Killarney-Glendalough
Teil 5 - Glendalough-Stuttgart
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Teil 1 - Stuttgart-Dublin

Am Montag den 08.08.2011 ging es los: die Grüne Insel erwartet uns!

Gute zwei Stunden vor Abflug waren wir am Flughafen und konnten direkt einchecken, dann ging es ans Gate und Warten war angesagt.

Eine halbe Stunde vor Abflug wurde dann das Gate geöffnet und wir konnten ins Flugzeug. Murdoc hatte einen Fensterplatz, ich sass in der Mitte. Ein Airbus A320 war unser Transportgefährt.

Pünktlich ging es los, ab auf die Startbahn, Vollgas und abheben. Doch schon beim Start war klar: das wird ein unruhiger Flug. Eine riesige Wolkenfront lag uns im Weg und wir mussten diverse Umwege fliegen. Außerdem hatte unser Flieger ein paar kleinere Probleme: unter anderem ließ sich das Fahrwerk nicht richtig einfahren. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und nahmen diverse Luftlöcher mit. Kein sehr positiver Start in den Urlaub, vor allem für mich. Ich musste kräftig mit der Absturzangst kämpfen.

Nach knapp 2 Stunden und einem kleinen Snack ging es dann schon in den Landeanflug. Und auch hier hatten wir wieder mit ordentlichen Luftlöchern zu kämpfen. Und kurz vor der Landung kam dann der Knaller: ein Schwarm Vögel flog uns in den Weg und unser Pilot musste noch einmal voll durchstarten. Nach einer großen Schleife ging das Prozedere dann noch einmal von vorne los, dieses Mal außer Luftlöchern ohne Zwischenfall.

Nach der Landung spielte dann mein Magen leicht verrückt, was sich zum Glück schnell wieder legte.

Nachdem wir endlich unsere Taschen vom Gepäckband gezogen hatten, ging es auf die Suche nach unserem Autoverleiher, was in eine kleine Weltreise ausartete, weil wir quer über den Flughafen laufen mussten und unser Autoverleiher im hintersten Eck des Terminal eins versteckt war. Aber schliesslich hatten wir ihn gefunden und konnten unsere Autoschlüssel in Empfang nehmen. Ein silberner Opel Astra sollte uns für die nächsten 7 Tage quer durch Irland bugsieren. Und nach einer Nachzahlung bekamen wir sogar das eigentlich bei Reservierung schon eingetragene Navi (ein Garmin nüvi) in Empfang nehmen. Nachdem der nette Herr am Schalter noch einem zweiten Paar zu seinem Auto verholfen hatte, brachte er uns per Shuttle-Bus zu unserem Auto.

Nachdem wir unsere Sachen im Auto verstaut hatten, machten wir uns daran, das Navi zu verstehen. Als TomTom-Nutzer war das erstmal eine gewaltige Umgewöhnung!
Außerdem hatten wir keinen Halter für das Navi in der Tasche, was bedeutete, dass immer der Beifahrer (in diesem Fall ich) das Teil in der Hand halten und dirigieren musste.

Und dann kam der nächste Knaller: das nüvi fand einfach unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte nicht! Wir gaben dann einfach mal wild etwas ein und beschlossen, uns zwischendrin durchzufragen. Also ab auf die Straße, in den Linksverkehr von Dublin!

Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten kamen wir dann auf den Motorway und kurz darauf auch an die erste Mautstation. Dort fragten wir nach dem Hotel und bekamen zur Antwort, dass wir über den Fluss und dann rechts fahren müssten. Tja, dumm nur, wenn man nicht realisiert, ob man den Fluss schon überquert hat oder nicht. Wir fuhren also prompt an der falschen Kreuzung ab und fuhren quer durch Dublin. Nach gefühlten Stunden war ich nahe am Nervenzusammenbruch und Murdoc kam auf die super Idee, doch mal den Browser in unserem Handy zu befragen. Gesagt, getan. Nach einiger Sucherei fanden wir endlich eine Straßenangabe, die auch das nüvi verstand und setzten unseren Weg fort. Um kurz nach 9 Uhr Ortszeit (Dublin "hängt" ja eine Stunde hinter uns her), kamen wir dann endlich am Hotel an und konnten einchecken.

Aber damit war der "tolle" Tag noch nicht zu Ende. Nachdem wir nämlich unser Auto auf dem kostenpflichtigen Hotelparkplatz abgestellt und unsere Taschen aufs Zimmer gebracht hatten, stellten wir fest, dass wir mal wieder in die "Glückskiste" gegriffen hatten, was Hotelzimmer anbelangt: der Ausblick war sagenhaft schlecht, wir hatten direkt zwei große Klimaanlagen vor dem Fenster und das schlimmste: unser Fenster ließ sich nicht schließen, weil es komplett aus den Angeln gerissen wurde. Außerdem hingen diverse Kabel lose und ziemlich wild in der Luft herum und wir hatten unser Zimmer direkt am Aufzug, was eine unruhige Nacht bedeutet hätte.
Also gingen wir zur Rezeption und bekamen mitgeteilt, dass jemand geschickt würde, der sich das alles anschauen solle. Wir sagten der Rezeptionistin, dass wir erst einmal etwas im angeschlossenen Pub essen gehen würden. Danach kamen wir zurück und bekamen erklärt, dass wir auf unserem Zimmer hätten warten müssen. Kommunikation ist was schönes. Wenn sie denn funktioniert. Sie versprach uns dann, nochmal jemanden zu schicken und wir gingen auf unser Zimmer. Kurz darauf kam der Anruf, dass wir ein neues Zimmer bekämen und sie jemanden schicken würde, der uns die neuen "Schlüssel" (Checkkarten) bringen würde. Zum Glück hatten wir noch nicht ausgepackt und so warteten wir wieder. Nach einer halben Stunde ging dann Murdoc nachfragen und kam kurz darauf mit den neuen Karten wieder.  Wir mussten eine Etage höher und weiter weg vom Aufzug, wobei mir der Gang des Hotels auffiel. Er sah aus, wie aus Shining. Ich habe jeden Moment damit gerechnet, dass die Aufzugstür aufgeht und Blut herausgeschossen kommt!

Das neue Zimmer sah besser aus, aber immer noch stark abgewohnt. Wenigstens hatten wir eine bessere Aussicht auf eine Seitenstraße (und konnten sogar unser Auto im Auge behalten), das Fenster ließ sich öffnen und schliessen und die Kabel hingen zumindest nicht sichtbar frei herum. Und dann kam der nächste Knaller: beim Check-In hatte mich der Rezeptionist gefragt, ob wir Internet haben wollten, auf meine Bejahung meine Kreditkarte auf unser Zimmer "gebucht" und uns das Passwort für den Internet-Zugang gegeben. Wir wollten dann kurz in Deutschland Bescheid geben, dass wir heile gelandet waren, kamen aber mit dem genannten Passwort nicht ins Netz. Ein Anruf später machte dann klar, dass wir einen Account anlegen und Zeit per Kreditkarte bezahlen müssten. ARGH!
Natürlich machten wir das dann und verschickten unsere Emails.

Wir gingen dann noch schnell in den ans Hotel angeschlossenen Laden und deckten uns mit ein paar Vorräten - und der Irish Independant - ein. Danach fielen wir müde ins Bett.

Kein schöner Empfang auf der Grünen Insel!

 

Am nächsten Morgen war um 8 die Nacht zu Ende und wir wurden vom lauten Geschrei der Möwen begrüßt. Noch ordentlich müde ging es zum Frühstück. Auch hier war zu sehen, dass das Hotel seine besten Zeiten schon eine Weile hinter sich hatte. Wenigstens war das Essen ganz in Ordnung. Achja, an irischen Kaffee muss man sich erst gewöhnen! Aber er ist jetzt nicht wirklich untrinkbar, wie manche Berichte suggerieren.

Kurz nach 9 standen wir dann wieder an der Rezeption und fragten nach dem nächstgelegenen Friedhof, dessen Adresse uns die nette Rezeptionistin gleich aufschrieb, uns eine kurze Wegbeschreibung und sogar eine Karte mit gab. Da es auf der Karte nicht sooo weit aussah, beschlossen wir zu laufen. Es ging vorbei an alten georgianischen Häusern mit ihren schön angemalten blauen und roten Türen mit den alten Türklopfern. Schliesslich kamen wir an den Grand Canal und uns wurde klar, dass die Iren eine komische Art haben, Dinge zu beschreiben: groß ist nämlich was anderes. Der Kanal ist geschätzte 5m breit und 2m tief. Mit flachen Booten kann man darauf noch schippern, alles größere wird schwierig. Alleine schon wegen der Brücken.
Wir gaben nach einem guten Kilometer dann auf und suchten uns das nächste Taxi. Eine gute Entscheidung, bis zum Friedhof war es nämlich noch verdammt weit.

Nachdem wir 9 € los waren (so viel kostete die Taxifahrt), konnten wir den Mt. Jerome-Friedhof erkunden. Um es kurz zu machen: einen so trostlosen Friedhof haben wir noch nie gesehen!
Dort wächst außer einigen Thujen-, Weißdorn- und Eibenbäumen, die als kleine Alleeen angelegt sind, noch nicht einmal Unkraut. Die Hauptwege sind geteert, der Rest unter einer dicken Schicht Schotter begraben. Der einzige Lichtblick ist die Kapelle des Friedhofes, um die herum wirklich ein paar Stücke Rasengrün zu sehen sind. Der Untergrund des Friedhofes gibt an einigen Stellen nach, was dazu führt, dass Gräberumrandungen entweder in der Luft hängen oder die Grabplatten zerbrochen sind. Letztere werden dann gerne von den Friedhofsbesuchern als Müllhalden genutzt. Auch auf den Gräbern ist außer alten, ausgeblichenen Plastikblumen"gestecken" nicht viel zu sehen. Und scheinbar herrscht akuter Platzmangel auf diesem Gelände, es wurden nämlich so gut wie alle Zwischenwege mit unzähligen Gräbern zugebaut.
Wir bahnten uns vorsichtig den Weg zwischen diesen Gräbern und ich frotzelte, dass es gleich unter meinen Füßen rumpelt und ich zwei Meter tiefer stehe, als Murdoc auf einem Grab einen Knochen fand. 

Danach war dann unser Besuch ziemlich schnell beendet und wir machten uns auf den Rückweg zum Hotel. Da wir kein freies Taxi fanden, erst einmal zu Fuß. Wieder am Kanal hatten wir dann das Glück, dass uns ein Taxifahrer mitnahm. Die Rückfahrt war ziemlich witzig, wir mussten nämlich zwischendrin den Mund halten, damit er daheim anrufen und seiner Frau erklären konnte, dass er schon fast daheim wäre und sie das Essen schon einmal auf den Tisch stellen solle. 

Nach einer kurzen Pause und Planung, wie wir den Nachmittag verbringen wollten, ging es mit dem Taxi in die Innenstadt. Wir wussten ja jetzt, was uns erwartete. Dieser Taxifahrer sorgte dann dafür, dass ich fast einen Herzkasper bekam: Tempolimits und rote Ampeln galten für ihn scheinbar nicht. Und dafür mussten wir dann auch noch den höchsten Betrag hinlegen. Interessante Logik. Der Fahrer ließ uns am St. Stephen's Green, direkt an der Fußgängerzone raus und wir schlenderten erst einmal kurz durch selbige. Danach gingen wir zu einem alten Hugenotten-Friedhof, der zum Einen nicht zugänglich und zum Anderen nur 5 Gräber auf einem kleinen Rasenstück waren. Also besahen wir uns den Rest der Fußgängerzone und suchten uns etwas Essbares. Und auch hier hatten wir wieder sagenhaftes "Glück": in einem kleinen gemütlichen Burger-Restaurant ging nämlich etwas mit unserer Bestellung schief und wir wurden erst einmal vergessen. Auf Nachfrage ging dann alles ganz schnell und die Jungs schenkten uns sogar unsere "Chips" (Pommes).

Gestärkt ging es dann zum Dublin Castle, wobei wir an der ersten Dunlop-Fabrik vorbei kamen. Unter einem Castle stellten wir uns leicht etwas anderes vor. Zwischen den einzelnen Resten des Castles standen hochmoderne Industriehäuser, was alles etwas seltsam erscheinen ließ. Wenigstens die Kapelle des Castles war schön zu besichtigen.

Schnell gingen wir dann weiter, vorbei an der City Hall bis zur Christ Church Cathedral. Auch dieses Bauwerk lud uns nicht sonderlich ein und so betraten wir ers gar nicht erst.

Wir machten uns lieber wieder auf den Weg zum St. Stephen's Green und besuchten das gleichnamige Shopping Centre mit seiner großen Uhr in der Mitte. Ganz niedlich eingerichtet, aber auch nichts großartiges.

Auf dem Rückweg zum Taxistand entschieden wir uns dann ziemlich spontan für eine halbstündige Stadtrundfahrt mit der Kutsche quer durch Dublin. Unser Kutscher erzählte uns ein paar nette Geschichten und wir sahen wirklich noch ein paar neue Ecken von Dublin.
Danach ging es zurück ins Hotel, schnell noch was im Pub trinken, ein paar Dinge im Laden für die Fahrt am nächsten Tag einkaufen und dann ab ins Bett.